Über das Buch
die Sprache der KircheWortgewandt nimmt er den \"Kirchensprech\" auseinanderSprachschatz Inspirierende Notizen zu diskriminierungsfreier und geschlechtergerechter Sprache inklusive.\"Was sich liebt, das neckt sich\", sagt Andreas Malessa. Und: \"Kaum zu glauben, die Kirche meint‘s ernst.\"***Kostprobe gefällig?Raubkatzen in Afrika riechen, wessen Revier sie gerade durchwandern. Christen hören, zu welchem spirituellen Claim und Clan einer gehört. „Wir schließen Sie in unsere Gebete ein“ sagen Katholiken. „Wir wollen in der Fürbitte für Sie vor Gott treten“ sagen Protestanten. „Wir werden Sie umbeten“, sagen Evangelikale und betonen es auf der zweiten Silbe. Wie um-zingeln oder um-ringen. Nicht wie umhauen.„Den werde ich mal ordentlich ist Gebet nehmen“ sagen Vorgesetzte, Eltern, Lehrer und Autoritätspersonen jeglichen Glaubens. Das ist eine Drohung, kommt sprachgeschichtlich gar nicht von Gebet, sondern von Gebiss und wird auf „ordentlich“ betont. Jemanden mal ordentlich ins Gebet nehmen.Manche Redewendungen sind in unsere Umgangssprache gedrungen und werden dort, außerhalb jeglicher Religiosität, sofort verstanden. Ohne Anstoß zu erregen: Martin Luther erfand 1522 zum Beispiel „Jemandem die Leviten lesen“, „aus dem Herzen keine Mördergrube machen“, „sein Scherflein beitragen“, „Perlen nicht vor die Säue werfen“, sein „Licht nicht unter den Scheffel stellen“, „keine Mätzchen machen“ „als Lückenbüßer herhalten“, jemanden „zum Sündenbock machen“, “die Hände in Unschuld waschen“ – alles Bibel. Alles Luther.Kein einziges Sprichwort aber verwendet jene Begriffe, die man im Sprachgebrauch pfingstlich-charismatischer Freikirchen antrifft. „Öl des Heils“, „Salbung“, „Sieg drüber“, „Weissagung empfangen“, „ein Bild haben“, „Land einnehmen“, „Fülle erleben“ – alles zwar metaphorisch übertragen gemeinte, aber unübersetzt gesprochene Worte aus der Bibel. Wortverwendungen, die nicht auf 500 Jahre allgemeines Verständnis setzen können. Und deshalb nichts weiter bewirken, als konfessionelle Duftmarken zu setzen.
Ausgaben von Am Anfang war die Floskel
- Hardcover
- ISBN 9783963401510
- E-Book (EPUB)
- ISBN 9783963401527
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die Sprache der KircheWortgewandt nimmt er den \"Kirchensprech\" auseinanderSprachschatz Inspirierende Notizen zu diskriminierungsfreier und geschlechtergerechter Sprache inklusive.\"Was sich liebt, das neckt sich\", sagt Andreas Malessa. Und: \"Kaum zu glauben, die Kirche meint‘s ernst.\"***Kostprobe gefällig?Raubkatzen in Afrika riechen, wessen Revier sie gerade durchwandern. Christen hören, zu welchem spirituellen Claim und Clan einer gehört. „Wir schließen Sie in unsere Gebete ein“ sagen Katholiken. „Wir wollen in der Fürbitte für Sie vor Gott treten“ sagen Protestanten. „Wir werden Sie umbeten“, sagen Evangelikale und betonen es auf der zweiten Silbe. Wie um-zingeln oder um-ringen. Nicht wie umhauen.„Den werde ich mal ordentlich ist Gebet nehmen“ sagen Vorgesetzte, Eltern, Lehrer und Autoritätspersonen jeglichen Glaubens. Das ist eine Drohung, kommt sprachgeschichtlich gar nicht von Gebet, sondern von Gebiss und wird auf „ordentlich“ betont. Jemanden mal ordentlich ins Gebet nehmen.Manche Redewendungen sind in unsere Umgangssprache gedrungen und werden dort, außerhalb jeglicher Religiosität, sofort verstanden. Ohne Anstoß zu erregen: Martin Luther erfand 1522 zum Beispiel „Jemandem die Leviten lesen“, „aus dem Herzen keine Mördergrube machen“, „sein Scherflein beitragen“, „Perlen nicht vor die Säue werfen“, sein „Licht nicht unter den Scheffel stellen“, „keine Mätzchen machen“ „als Lückenbüßer herhalten“, jemanden „zum Sündenbock machen“, “die Hände in Unschuld waschen“ – alles Bibel. Alles Luther.Kein einziges Sprichwort aber verwendet jene Begriffe, die man im Sprachgebrauch pfingstlich-charismatischer Freikirchen antrifft. „Öl des Heils“, „Salbung“, „Sieg drüber“, „Weissagung empfangen“, „ein Bild haben“, „Land einnehmen“, „Fülle erleben“ – alles zwar metaphorisch übertragen gemeinte, aber unübersetzt gesprochene Worte aus der Bibel. Wortverwendungen, die nicht auf 500 Jahre allgemeines Verständnis setzen können. Und deshalb nichts weiter bewirken, als konfessionelle Duftmarken zu setzen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Am Anfang war die Floskel?
die Sprache der KircheWortgewandt nimmt er den \"Kirchensprech\" auseinanderSprachschatz Inspirierende Notizen zu diskriminierungsfreier und geschlechtergerechter Sprache inklusive.\"Was sich liebt, das neckt sich\", sagt Andreas Malessa. Und: \"Kaum zu glauben, die Kirche meint‘s ernst.\"***Kostprobe gefällig?Raubkatzen in Afrika riechen, wessen Revier sie gerade durchwandern. Christen hören, zu welchem spirituellen Claim und Clan einer gehört. „Wir schließen Sie in unsere Gebete ein“ sagen Katholiken. „Wir wollen in der Fürbitte für Sie vor Gott treten“ sagen Protestanten. „Wir werden Sie umbeten“, sagen Evangelikale und betonen es auf der zweiten Silbe. Wie um-zingeln oder um-ringen. Nicht wie umhauen.„Den werde ich mal ordentlich ist Gebet nehmen“ sagen Vorgesetzte, Eltern, Lehrer und Autoritätspersonen jeglichen Glaubens. Das ist eine Drohung, kommt sprachgeschichtlich gar nicht von Gebet, sondern von Gebiss und wird auf „ordentlich“ betont. Jemanden mal ordentlich ins Gebet nehmen.Manche Redewendungen sind in unsere Umgangssprache gedrungen und werden dort, außerhalb jeglicher Religiosität, sofort verstanden. Ohne Anstoß zu erregen: Martin Luther erfand 1522 zum Beispiel „Jemandem die Leviten lesen“, „aus dem Herzen keine Mördergrube machen“, „sein Scherflein beitragen“, „Perlen nicht vor die Säue werfen“, sein „Licht nicht unter den Scheffel stellen“, „keine Mätzchen machen“ „als Lückenbüßer herhalten“, jemanden „zum Sündenbock machen“, “die Hände in Unschuld waschen“ – alles Bibel. Alles Luther.Kein einziges Sprichwort aber verwendet jene Begriffe, die man im Sprachgebrauch pfingstlich-charismatischer Freikirchen antrifft. „Öl des Heils“, „Salbung“, „Sieg drüber“, „Weissagung empfangen“, „ein Bild haben“, „Land einnehmen“, „Fülle erleben“ – alles zwar metaphorisch übertragen gemeinte, aber unübersetzt gesprochene Worte aus der Bibel. Wortverwendungen, die nicht auf 500 Jahre allgemeines Verständnis setzen können. Und deshalb nichts weiter bewirken, als konfessionelle Duftmarken zu setzen.
Welche Kernthemen, Tropen oder Sujets werden untersucht in Am Anfang war die Floskel?
Philosophie und Religion > Religion und Glaube > Christentum
Kann ich in Am Anfang war die Floskel hineinlesen?
Hier können Sie eine offizielle Vorschau der wenigen Seiten lesen https://www.book2look.com/book/9783963401510
Wer ist der Autor / Wer sind die Autoren des Buches Am Anfang war die Floskel?
Andreas Malessa
Wer ist der Verleger des Buches Am Anfang war die Floskel?
bene!
Wie lauten die ISBN-Nummern für die physische und die digitale Ausgabe?
Am Anfang war die Floskel ist erhältlich als Hardcover(ISBN 9783963401510) und E-Book (EPUB)(ISBN 9783963401527)
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